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Experiment

Wanted! Auf den Spuren der Hefe

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Luftballons aufblasen mit Hefe-Power

Hast du gewusst, dass die Hefe (Germ) ein Lebewesen ist? Ähnlich wie wir Menschen nimmt die Hefe Nahrung auf, geht aufs „Klo“ und atmet, also hat sie einen Stoffwechsel. Die Hefe ist ein Pilz und besteht aus einzelnen lebenden Zellen. Es handelt sich um einen Mikroorganismus, der so winzig klein ist, dass wir ihn mit freiem Auge gar nicht sehen können.
Aber wie kann man nun ohne einem Mikroskop zeigen, dass auch Hefepilze leben? Mach das Hefe-Luftballon Experiment und finde es heraus!

 

Wie funktionierts?

Wenn man die einzelligen Hefepilze in warmen Wasser löst und Zucker füttert, produziert die Hefe durch Verdauung CO2, also das Gas Kohlenstoffdioxid. Gas braucht viel Platz. Dadurch dehnt sich der Ballon und wird aufgeblasen.
Solange die Hefe noch Zucker als Nahrung und Sauerstoff zum Atmen hat, produziert sie CO2, das nennt man aeroben Stoffwechsel. Übrigens – anders als wir Menschen kann die Hefe auch ohne Sauerstoff weiterleben. Sie produziert dann aber nicht CO2, sondern Alkohol. Das passiert zum Beispiel bei der Herstellung von Bier.

 

Mit der Hefe, fertig, los! – Bau dir deinen Luftballon-Aufblasautomat

Um den Luftballon aufblasen zu lassen, braucht die Hefe ihre Lieblingsnahrung: Zucker. Sie ist nämlich eine ziemliche Naschkatze.

 

Du brauchst:

  • 1/2 Säckchen Backhefe (Trockenhefe)
  • 3 EL Zucker
  • 250 mL lauwarmes Leitungswasser
  • 2 Flaschen
  • 2 Luftballons
  • 2 kleine Becher
  • 1 Löffel
  • 1 Trichter
  • Wenn vorhanden: Thermometer

Lust auf mehr Forschung?

Zusätzliche zu deinem Kontrollexperiment ohne Zucker, kannst du noch weitere Untersuchungen durchführen.

  • Was kannst du an deinem Versuch ändern, um deinen Luftballon noch größer werden zu lassen?
  • Wie kannst du deine Hefe dazu bringen noch mehr oder schneller CO2 zu produzieren?
  • Variiere die Menge des Zuckers und erforsche, welchen Einfluss die Zuckermenge auf die Luftballongröße hat.
  • Spannend ist auch, sich die Auswirkungen von verschiedenen Zuckersorten anzusehen, z.B. Honig oder Birkenzucker.

Gut zu wissen!

Die Hefe hat es gerne lauschig warm, da fühlt sie sich am wohlsten.

Schon gewusst?

Menschen verwenden Hefe für Sauerteig zum Brot machen. In der Puratos-Sauerteig-Bibliothek in Belgien werden Sauerteige aus aller Welt gelagert. Anstelle von Bücherregalen reihen sich Kühlschränke nebeneinander. In dieser Bibliothek sind über 700 Hefe-Wildstämme registriert!

Hintergrundwissen

Nicht nur für die Herstellung von leckerem Brot und Gebäck in der Küche, sondern auch im Labor kann Hefe Wissenschaftler:innen bei ihren Experimenten helfen.

Hefe ist zum Beispiel ein Werkzeug um bestimmte Proteine herzustellen. Dafür bauen die Forscher:innen ein Gen für das gewünschte Protein in die Hefe ein. Das Gen trägt die Bauanleitung für das Protein. Die Hefe nutzt dann diese Anweisung, um das Protein aus einzelnen Bausteinen, den Aminosäuren, aufzubauen. Das kannst du dir so vorstellen wie die Ziegelsteine eines Hauses.  Hefezellen sind also mikroskopisch kleine Maurer im Dienst der Wissenschaftler:innen.

Die Sazanov Gruppe am ISTA zum Beispiel erforschen derart hergestellte Membran-Proteine. Diese Grundlagenforschung soll dabei helfen bestimmte Krankheiten zu heilen.